Nachhaltige Bauten: Mehr wert oder einfach teurer?

Sind nachhaltige Bauten mehr wert, oder kosten sie einfach nur mehr? Diese Frage tritt im Zusammenhang mit nachhaltigem Bauen immer wieder auf. Um sie beantworten zu können, muss allerdings erst die Frage gestellt werden, was unter Nachhaltigkeit bei Gebäuden überhaupt zu verstehen ist.

Auf den Punkt gebracht muss das Gebäude heute und in Zukunft einen direkten Nutzen (etwa als Betriebsstätte) schaffen oder Mieterträge generieren, um damit die Kosten über den ganzen Lebenszyklus zu decken.

Nachhaltigkeit bedeutet aber auch, dass natürliche Ressourcen geschont werden und die Umwelt möglichst nicht belastet wird. Aus ökonomischer Sicht geht es bei einer Prüfung der Nachhaltigkeit um den Wert des Gebäudes. Dieser wird im Rahmen von Liegenschaftsbewertungen ermittelt.

Hans-Peter Burkhard, Direktor des CCRS (Center of Corporate Responsibility und Sustainabiliy) an der Uni Zürich erklärte kürzlich in der “Bauwirtschaft”, einer Themenzeitung der Schweizer Baubranche, den Nutzen von Wertermittlungen bei Gebäuden:

„Verkäufer und Käufer von Immobilien möchten wissen, welchen Preis sie verlangen können. Banken wollen die Sicherheiten für Hypothekardarlehen beurteilen, Unternehmen müssen in ihrer Buchhaltung realistische Werte für ihre Immobilien ausweisen, Eigentümer und Projektentwickler suchen Entscheidungsgrundlagen für Bau-, Sanierungs- und Abbruchentscheide. Grundlage dafür sind der Liegenschaftswert sowie die Kosten-Nutzen-Kalkulationen.“

Es gilt also: Nachhaltigkeitseigenschaften von Gebäuden wirken sich positiv auf den Wert aus, allen voran die Energieeffizienz. Wer teuer mit fossilen Energieträgern heizt, muss mehr Miete berechnen. Teurere Wohnungen lassen sich schlechter vermieten, daher erzielen sie einen niedrigeren Verkaufswert als ein energieeffizientes Vergleichsobjekt.

Die Nachfrage nach funktionalen, langlebigen, energiesparenden, Ressourcen schonenden, gesundheitsgerechten Immobilien wird immer grösser. Liegenschaften mit solchen Eigenschaften erzielen höhere Preise, sind daher mehr wert.

„Vorausschauende Investoren profitieren, wenn sie Nachhaltigkeitsmerkmale in ihre Wertermittlung einfliessen lassen, vor allem profitieren aber die Menschen, die in nachhaltigen Gebäuden leben und arbeiten“, so Burkhard.

Ein Kommentar

  1. Für mich ist diese Entwicklung ein schleichender Prozess – denn welches Gebäude ist denn wie nachhaltig? Es gibt doch da kein schwarz/weiß, es gibt doch keine klare Grenzlinie zwischen nachhaltigem Bau und nicht nachhaltigem Bau.

    Natürlich gibt es Zertifikate wie BREAM oder LEED und der Investor freut sich natürlich auch, wenn ein solches vorliegt (wie z.B. bei diesem Projekt – http://www.gruenesgeld24.de/deutschland-05.htm).

    Aber ich glaube, dass der Trend zu nachhaltigem Bauen einfach schon dadurch voran getrieben wird, dass der Verkaufspreis in 10, 15 oder 20 Jahren bei einem nachhaltigen Gebäude viel höher sein wird als bei einem nicht nachhaltigen Gebäude.