Nachhaltiges Bauen: Auf die Nutzungsdauer der Materialien kommt es an

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Foto: Steve Johnson, Lizenz: CC BY 2.0

In einem ist sich die Fachwelt einig: Die Lebens- bzw. Nutzungsdauer von Bauteilen und Baustoffen festzulegen ist sehr schwierig. Diese hängt nämlich sehr stark vom richtigen Einbau und auch vom technischen Aufbau ab. Tatsache ist, dass die Nutzungsdauer von Gebäuden, Bauteilen, funktionalen Einheiten und Baustoffen die ökologische Gebäudequalität in hohem Masse beeinflusst. Im Rahmen der Forschungsinitiative “Nachhaltigkeit massiv” vom deutschen Fachverband Steine und Keramik etwa wurden daher Referenz-Nutzungsdauern für alle relevanten Baustoffe und Bauteile in typischen Einbausituationen zusammengestellt (Hier der Endbericht als pdf-Dokument).

Die Analyse brachte einige Problemfelder zum Vorschein: So wiesen viele Kennwerte grosse Schwankungsbreiten auf, da beim Grossteil der Literatur keine Aussage darüber getroffen wurde, ob ein Wert eine Nutzungsdauer oder eine Lebensdauer darstellt, welche Einflussfaktoren berücksichtigt wurden und welche Methode bei der Vorhersage der Lebens- bzw. Nutzungsdauern angewandt wurde.

Um aus den analysierten Quellen dennoch Referenz-Nutzungsdauern ableiten zu können, wurde ein Algorithmus entwickelt, mit dessen Hilfe dessen jeweils die minimale, die maximale und die durchschnittliche Nutzungsdauer für relevante Baustoffgruppen ermittelt wurde.

Für eine bessere praktische Handhabung erfolgte schliesslich eine Einteilung in Nutzungsdauerklassen:

  • Statische Tragsysteme überdauern mindestens 100 Jahre, wenn eine gute Planungs-, Ausführungs- und Instandhaltungsqualität gegeben ist und natürliche Einflussfaktoren wie Klima, Innenraumkonditionen und Nutzerverhalten berücksichtigt werden. Ohne Qualitätssicherung ist mit Abschlägen zu rechnen.
  • Der Ausbau innen, Dämmstoffe sowie alle äusseren Schichten, die nicht direkt bewittert sind, müssen nach ca. 50 Jahren erneuert werden. Durch Qualitätssicherungsmassnahmen und insbesondere spezielle Produktauswahl ist eine Erhöhung dieses Werts möglich.
  • Die von Witterungseinflüssen stark belasteten Aussenschichten (Dacheindeckung, Abdichtungen, Aussenputze, vorgehängte Fassaden) werden ja nach Lage, Konstruktion und Materialqualität nach 25 bis 50 Jahren ausgetauscht.
  • Bei stark genutzten Baustoffen im Innenbereich (z.B. Bodenbelägen) ergeben sich je nach der Instandhaltungsqualität Nutzungsdauern zwischen 10 und 50 Jahren.

Ein Werkstoff, der in diesem Zusammenhang durch seine lange Nutzungsdauer auf sich aufmerksam macht, ist Aluminium. Aufgrund der Langlebigkeit der Aluminiumprodukte ergibt sich die Nutzungsdauer meist durch die Lebensdauer des Bauwerks, in dem Aluminiumteile eingebaut sind. Am Ende der Nutzungsdauer wird Aluminium zum wertvollen Ausgangsstoff für weitere Nutzungen. Und dies zu einem Bruchteil der ursprünglich benötigten Energie. Aluminium wird eben nicht verbraucht, sondern genutzt. Es stiftet Nutzen für Generationen. Hierzu leisten die Recyclingraten, die im Baubereich bei über 85 Prozent liegen, einen wesentlichen Beitrag.

Architekten, Bauträger und Bauherren setzen daher gerne auf Aluminium. Ob Fenster und Türen, Fassadenverkleidungen, Dach- und Wandsysteme. Beschläge, Griffe, Gitterroste, Alufolien zur Wärmeisolierung und so fort. Aluminium bringt aufgrund seiner funktionalen und gleichzeitig ästhetisch ansprechenden Eigenschaften erhebliche Vorteile beim Bau und Betrieb einer Immobilie.

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