Buchtipp: Wie Experten die Wirtschaftlichkeit nachhaltigen Bauens beurteilen

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Inspiriert vom 4. Internationalen Holcim Forum in Mumbai im Jahr 2013 machen 30 Spezialisten aus der ganzen Welt im soeben erschienenen Buch „The Economy of Sustainable Construction“ Vorschläge, in welcher Form Architektur, Technik und Konstruktion auf die Herausforderungen einer globalen Wirtschaft positiv reagieren können.

Das Buch zeigt die Dringlichkeit des Themas auf in Anbetracht der rasanten Verstädterung, dem Wuchern der heutigen Riesenstädte, der schleppenden Wirtschaft und der wachsenden Klimafragen. Denn im Schatten dieser zunehmenden Urbanisierung steigt das Verlangen nach mehr Wirtschaftswachstum ständig an, und das im unmittelbaren Zusammenhang mit schweren ökologischen und sozialen Folgen.

Die Experten prüfen, wie eine nachhaltige Zukunft ohne radikale Veränderungen des Wirtschaftssystems gesichert werden kann. Das Buch wertet die aktuelle Architekturpraxis und Modelle, und stellt gleichzeitig Materialien und Methoden vor, die die Fähigkeit haben, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Effizienz von Gebäuden zu maximieren.

Auf 400 Seiten sind Essays, Berichte und Fallstudien zu finden, die die Beziehung zwischen den wirtschaftlichen und nachhaltigen Werten untersuchen und die Wege des Baus im 21. Jahrhundert erforschen. Es werden neue Paradigmen von Bau und Wohlstand erforscht, die mit der Umwelt arbeiten und nicht gegen sie.

Zwei grundlegende Strategien

Natürlich kann „The Economy of Sustainable Construction“ kein Allheilmittel für die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme bieten, jedoch kristallisieren sich zwei grosse Strategien heraus: Erstens kurzfristige ökonomische Anreize für nachhaltiges Bauen und zweitens ganzheitliche Ansätze beim Bau, weniger gewinnorientiert, dafür mehr die soziale und ökologische Nachhaltigkeit bedenkend.

Anlässlich der Buchpräsentation in Basel kamen zwei der Autoren, die Architekten Alejandro Aravena (Architekturbüro Elemental, Santiago de Chile) und Francis Kéré (Kéré Architecture, Berlin), zu Wort. Aus Sicht von Francis Kéré sind die wesentlichen Elemente der Nachhaltigkeit, dass der soziokulturelle und wirtschaftliche Kontext der Region berücksichtigt wird und das Erreichen von Haltbarkeit bei Einsatz von minimalem Ressourcen und Technologie: „Die Begeisterung und Bereitschaft zur Beteiligung der Gemeinden ist für die Nachhaltigkeit des Bauprojekts unerlässlich. Ich möchte die Menschen befähigen, sich selbst zu helfen. Das ist weder der einfachste noch der schnellste Weg, jedoch auf lange Sicht der Nachhaltigste“.

Alejandro Aravena machte auf die zahlreichen Werte der Nachhaltigkeit aufmerksam: “Es besteht kein Zweifel, dass Nachhaltigkeit ihren Wert hat: Einen sozialen Wert durch bessere Lebensbedingungen, physische Vorteile, durch eine gesündere und weniger verschmutzte Umwelt, der finanzielle Wert – langfristig gesehen – bedingt durch geringere Wartungskosten und vor allem der ethische Wert, durch die Fairness gegenüber zukünftigen Generationen.“

“The Economy of Sustainable Construction” ist bei Ruby Press erschienen.

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