Studie: Der Einfluss von persönlichen Einstellungen und Rahmenbedingungen auf die Entscheidung für nachhaltiges Bauen

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Im Rahmen seiner Dissertation „Sustainability in Commercial Real Estate Markets – Incentives to Opt for a Green Building Certificate“ an der deutschen EBS Business School untersuchte Tobias Dippold den Einfluss von persönlichen Einstellungen und anderer Rahmenbedingungen auf die Entscheidung, ein Gebäude zertifizieren zu lassen..

Im Fokus der Untersuchungen standen die Interessen von Gebäudeeigentümern, Immobilien gemäss den Anforderungen von Nachhaltigkeitszertifikaten zu errichten oder zu modernisieren. Ein Datensatz mit 10.624 Büroimmobilien, der im Zeitraum von zehn Jahren in 211 US-Bezirken erhoben wurde, bildete dabei die Grundlage.

Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wurden auch gesellschaftliche Faktoren, speziell die Einstellung zu ökologischen Grundsätzen berücksichtigt. Auf diesen Ergebnissen aufbauend analysierte Dippold auch den Einfluss der politischen Einstellung für einzelne Zeiträume und für Gebiete mit unterschiedlichem Einkommensniveau. In einer weiteren Untersuchung stand die Beziehung zwischen Energiekosten und der Zertifizierungsentscheidung im Mittelpunkt.

Fazit: Die Ergebnisse legen nahe, dass die Green-Building-Zertifizierung nicht nur als Reaktion auf die Wirtschaftsbedingungen, sondern auch auf die Haltung der lokalen Bevölkerung zurückzuführen ist. In Bereichen mit höherem Bildungsniveau und einer politischen Präferenz für die Demokratische Partei wurde deutlich öfter die Entscheidung für eine Gebäudezertifizierung getroffen. Aber auch ein steigendes Einkommen wirkte sich positiv auf die Zertifizierungsentscheidung aus, ebenso wie die Energiekosten.

Im Gesamten wurde festgestellt, dass sich EigentümerInnen und InvestorInnen in Gegenden mit hohen Energiepreisen, extremen Klimabedingungen, geringem Leerstand und einer hoch gebildeten Bevölkerung (mit demokratischer Einstellung) verstärkt für eine Zertifizierung entscheiden.

Abschliessend ist zu bemerken, dass sich die Studie auf diese speziellen Regionen in den USA bezieht und daher nicht – insbesondere was den Einfluss der politischen Präferenzen angeht – nicht auf Europa oder die Schweiz umgelegt werden kann. Sie zeigt aber trotzdem, dass nicht nur ökonomische Faktoren die Entscheidung für nachhaltiges Bauen beeinflussen, sondern auch persönliche Einstellungen.

Auszüge aus der englischsprachigen Arbeit von Tobias Dippold wurden im „Journal of Real Estate Research“ veröffentlicht und können hier abgerufen werden.

 

 

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