SNBS: Wie steht es um den neuen Standard zum nachhaltigen Bauen?

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Die Pilotphase zum “Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz“ (SNBS) ist im Juni 2014 erfolgreich zu Ende gegangen. Mehr als zwei Dutzend Wohnbauten, Bürogebäude und Schulhäuser wurden aufgrund ihrer überzeugenden ökonomischen Kriterien und wegen hervorragender umwelt- und sozialverträglicher Qualitäten zertifiziert. Nun veröffentlichte das „Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz“ (NNBS) den Schlussbericht zur SNBS-Pilotphase.

Fazit: Das Grundgerüst des Beuteilungssystems auf Basis der drei Themen – Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft – sei sehr stabil und geniesse bereits heute hohe Akzeptanz. Die Beurteilungskriterien wurden von der Mehrheit der Projektbeteiligten als sinnvoll eingestuft.

Natürlich wurden im Rahmen der Pilotphase auch Mängel an den Tools und den zugehörigen Unterlagen bemerkt. Es traten beispielsweise Unstimmigkeiten zwischen dem Kriterienbeschrieb und den Tools auf. Daher fordern die Verfasser des Schlussberichts die grundlegende Prüfung einiger Indikatoren.

Es soll untersucht werden, inwieweit diese in ihrer aktuellen Form und mit dem aktuellen Inhalt wirklich einen nachhaltigen Mehrwert bringen. So wurde im Rahmen der Pilotphase beispielsweise festgestellt, dass Projekte, bei denen Massnahmen getroffen wurden um einen Punkt zu verbessern, in der Beurteilung dafür nicht belohnt werden. Es erschien, dass die Gewichtung der Indikatoren für einige Teilnehmende noch nicht ganz klar und nachvollziehbar sind, und auch nur schwierig zu erklären.

Derzeit wird an den technischen Lösungen gearbeitet, die gefundenen Unstimmigkeiten in den Unterlagen und den Tools zu beseitigen. Parallel dazu gilt es den Standard und die Beurteilungstools bezüglich Praxistauglichkeit und Anwenderfreundlichkeit zu optimieren.

Der zeitliche Aufwand bei der Arbeit mit den Tools soll minimiert werden. Diese Arbeiten sollen Anfang 2015 abgeschlossen sein. Bereits im November 2014 wird die Schaffung des geplanten Schweizer Nachhaltigkeitslabels ausgeschrieben. Der Zuschlag soll vor der Freigabe von Version 1.5 des Standards erteilt sein. Bis Ende 2015 sollen dann Standard und Label aufeinander abgestimmt werden.

SNBS: Der Schweizer Nachhaltigkeitsstandard wurde auf Initiative von Wirtschaft und öffentlicher Hand entwickelt und vom Bundesamt für Energie über das Programm EnergieSchweiz finanziert. Zusammen mit dem Verein Netzwerk «Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS» bildet der Standard SNBS einen  Bestandteil der bundesrätlichen Strategie für eine nachhaltige Entwicklung.

SNBS umfasst das Gebäude an sich und auch den Standort im Kontext seines Umfeldes. Ziel ist es, die drei Dimensionen des nachhaltigen Bauens (Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft) gleichermassen und möglichst umfassend in Planung, Bau und Betrieb mit einzubeziehen und damit den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie phasengerecht zu berücksichtigen. Basierend auf der Strategie für nachhaltige Entwicklung des Bundesrates wurden die relevanten Ziele der Nachhaltigkeit einer Immobilie festgelegt und mittels geeigneter Kriterien und Indikatoren beschrieben. Die definierten Qualitätsziele sind ausgerichtet auf den Nutzen für Mensch und Gesellschaft, auf die ökonomischen Potentiale eines Gebäudes sowie auf den Schutz der Umwelt. 

Schlussbericht des NNBS zur Pilotphase “Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz” als PDF » 

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2 Kommentare

  1. Braucht es tatsächlich noch einen weiteren Standard, ein weiteres Label? Ich weiss nicht …

    • Die Arbeit an diesem neuen Standard ist sehr wichtig. In der Schweiz wird vor allem nach Minergie zertifiziert. Aber Minergie fokussiert durch seine Geschichte sehr stark auf Niedrigenergiehäuser, weshalb viele Faktoren nicht genügend berücksichtigt werden. Es werden zwar mit Erweiterungen auch zum Beispiel der Ressourcenverbrauch bei der Erstellung und weitere ökologische Kriterien berücksichtigt, doch das geht für mich nicht weit genug. Der SNBS kann das verändern. Ausserdem ist es immer zu begrüssen, wenn es mehr Vielfalt gibt.

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