Ab 10. Dezember: Ausschreibung für die Entwicklung und den Betrieb eines Labels nach SNBS

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Im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) führte die Berner Fachhochschule für Architektur, Holz und Bau eine Umfrage durch, mit dem Ziel das Potenzial einer Zertifizierung nach Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) einzuschätzen. Der Studie zufolge ist die Mehrheit der Architekten, Planer und Bauherrschaften gegenüber einem ganzheitlichen Label positiv eingestellt. Diese Ergebnis nimmt das BFE zum Anlass am 10. Dezember 2014 eine öffentliche Ausschreibung für die Entwicklung und den Betrieb eines entsprechenden Labels zu starten.

Zwar gibt es bereits einige Labels für energieeffizientes Bauen, diese sind laut dem Bundesamt jedoch nicht ausreichend an die schweizerischen Gegebenheiten angepasst oder decken nur Teilaspekte der Nachhaltigkeit ab. So sind in der Schweiz rund 30.000 Gebäude nach Minergie zertifiziert, davon rund 1.000 nach Minergie-Eco. 28.000 tragen weltweit das LEED-Label aus den USA, 250.000 das britische Label BREAM und 770 das Label der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Dem Bundesamt für Energie ist ein ganzheitlicher Schweizer Nachhaltigkeitsstandard besonders wichtig, da die Gebäude in der Schweiz rund 40 Prozent des Energieverbrauchs ausmachen. Des Weiteren sind 1,5 Millionen Gebäude sanierungsbedürftig. Der Bundesrat will das nachhaltige Bauen fördern. Dies ist auch in der Strategie Nachhaltige Entwicklung verankert.

Label nach SNBS mehrheitlich positiv beurteilt

An der von der Berner Fachhochschule für Architektur durchgeführten Online-Befragung nahmen 470 Personen teil. Rund 11 Prozent meinten, sie würden mit Sicherheit eine Zertifizierung nach SNBS für ihre Bauprojekte anstreben, rund 48 Prozent würden eine Zertifizierung je nach Projekt veranlassen. 29 Prozent der Teilnehmenden sind noch unentschlossen. 12 Prozent würden zum Zeitpunkt der Befragung sicher keine Zertifizierung nach SNBS anstreben.

Für ein Label nach SNBS sprachen bei den meisten TeilnehmerInnen das Umweltbewusstsein und die Reputation des Gebäudeinhabers bzw. –betreibers. Viele nannten aber auch den Mehrwert für den Nutzer sowie finanzielle Vorteile beim Verkauf oder der Vermietung. Die Tatsache, dass es bereits genügend Labels auf dem Markt gäbe, der Mehrwert zu gering sei, eine Zertifizierung mit zu viel Zeitaufwand oder mit zu viel Mehrkosten verbunden sei, waren Agumente, die bei der Umfrage gegen eine Zertifizierung nach SNBS sprachen. Dennoch bestünde die Bereitschaft, bei steigenden Gebäudekosten auch mehr für eine Zertifizierung auszugeben.

Die Unterlagen für die öffentliche Ausschreibung für die Entwicklung und den Betrieb eines entsprechenden Labels stehen ab dem 10. Dezember auf www.simap.ch bereit.

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