Wikihouse: Open-Source-Häuser für alle

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Die Initiative Wikihouse entwickelt Open-Source-Baupläne für leistbare Häuser. Auch an einem Smart Home-System wird gebastelt. Auf der Maker Faire Vienna wurde die Initiative mit den neuen Projekten der Fachwelt vorgestellt.

 

“Wir wollen es Leuten ermöglichen, ihren Bedürfnissen angepasste, nachhaltige Häuser zu entwerfen und zu bauen”, erklärten Harry Knight und Stefania Woznarowycz Maluf von der Wikihouse Foundation, anlässlich der Maker Faire Vienna. Das Prinzip ist einfach: Die Baupläne stehen unter einer freien Lizenz zur Verfügung. Sie können heruntergeladen und mit Modellierungsprogrammen – wie Sketchup-  lokalen Gegebenheiten angepasst werden. Die digitalen Files werden an eine CNC-Maschine geschickt, die die Bauteile aus Sperrholz- oder Schichtholzplatten ausschneidet. Auch Laien sollen die Häuser innerhalb weniger Tage zusammenbauen können.

Für den Bau der Wikihäuser versucht die Wikihouse Foundation lokale Firmen zu gewinnen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen seien aber von Land zu Land verschieden, auch klimatische und wirtschaftliche Voraussetzungen müssten berücksichtigt werden.

Geplant sei auch eine offene Plattform für Baumaterialien. Es soll eine Art gemeinsamer Marktplatz entstehen. Im Gefolge von Wikihouse sind auch andere Open-Source-Bauprojekte entstanden. Beispielsweise bietet Paperhouses Baupläne von namhaften Architekten mit freien Lizenzen zum Download an.

Beim Bau einzelner Häuser will Wikihouse aber nicht stehen bleiben. Die Open-Source-Idee hat laut den Projektverantwortlichen auch das Potenzial den Städtebau zu verändern. So ist man der Ansicht, dass das Entstehen von Nachbarschaften aus kleinen und leistbaren Open-Source-Häusern dazu beitragen könnte, das Leben in den Städten zu verbessern.

Offenes Smart Home

Vor rund eineinhalb Jahren wurde gemeinsam mit Partnern in London ein Smart Home auf Basis der offenen Baupläne umgesetzt. Über eine App lassen sich die grundlegenden Funktionalitäten des Hauses kontrollieren und etwa Daten zum Energieverbrauch abrufen. Das System befindet sich aber noch in den Kinderschuhen, erzählt Woznarowycz Maluf im Rahmen der Veranstaltung. Wichtig sei, dass die Nutzer die Kontrolle über die Daten behalten und selbst entscheiden können, mit wem sie sie teilen.

Zu Wikihouse: Die Initiative startete 2011 als Experiment einer Gruppe Londoner Architekten rund um Alastair Parvin bei einer Designausstellung in Südkorea. Mittlerweile stehen rund 300 Wikihäuser in mehr als 30 Ländern der Welt.

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