Upcycling: Wie aus Müll Ziegel entstehen

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Der holländische Industriedesigner Tom van Soest hat ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe aus Bauschutt und Industrieabfällen Ziegel hergestellt werden können. Diese sollen den Anforderungen der Branche ebenso genügen wie herkömmliche Backsteine.

Die Idee dazu hatte van Soest in Folge der Wirtschaftskrise in den Niederlanden, als viele alte Gebäude abgerissen wurden, weil deren Besitzer kein Geld in die Instandhaltung steckten wollten – oder auch nicht konnten. Bei seinem Upcycling-Verfahren wird alles, das sonst in der Baumulde landen würde, beispielsweise Keramik, Glas und altes Isoliermaterial, zermahlen. Der pulverisierte Abfall liefert dann den Rohstoff für die Ziegel.

Genutzt wird in erster Linie mineralstoffbasierter Müll, weil dieser keramisch aufbereitet werden kann, erklären van Soest und Ward Massa, der 2013 mit van Soest das StartUp StoneCycling zur Vermarktung der Backsteine gegründet hat.

Dass das Recyclingmaterial als Baustoff funktioniert zeigen bereits erste Projekte: Ein Haus in Rotterdam und der „Truetalker“ in Amsterdam, ein Pavillon mit einer Feuerstelle im Innern. Auch weitere Projekte sind geplant, und das nicht nur in den Niederlanden,  sondern auch in Luxemburg, Grossbritannien und Belgien. Selbst ausserhalb Europas wächst das Interesse. Tom van Soest und Ward Massa haben Anfragen von Innenarchitekten aus Manhattan, Brooklyn, San Francisco und Beverly Hills, die mit den Ziegeln vor allem Innenwände, Bars und Kassenbereiche gestalten wollen.

Der Vorteil: Bei der Produktion werden rund 25 Prozent weniger Energie verbraucht als in der traditionellen Herstellung, so die Gründer. Die genaue Einsparung wird gerade von einem unabhängigen Institut ermittelt.

Die Ziegel haben auch die Aufmerksamkeit der Jury des holländischen Young Designer Award 2016 geweckt und wurden für den Preis nominiert. Ob sie ihn auch erhalten zeigt sich am 29. Oktober, wenn die Gewinner bekannt gegeben werden.

Mehr Info: stonecycling.com

 

 

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