Aluminium und der Bauboom in London

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Kaum in einer Stadt Europas schiessen derzeit so viele Wolkenkratzer in den Himmel wie in London. Und dieses Tempo soll sogar noch erhöht werden. Die Zahl der geplanten Hochhäuser hat sich im vergangenen Jahr beinahe verdoppelt und soll noch weiter ansteigen. Architekten und Planer warnen davor, dass neben wirtschaftlichen und politischen Kriterien, die Nachhaltigkeit, Ästhetik sowie soziale Fragen aussen vor bleiben.

Eines der bekanntesten Hochbauprojekte in London ist  die “Scherbe” von Renzo Piano. Das spitz zulaufende Hochhaus auf dem Südufer der Themse ist mit seinen 310 Metern derzeit das zweithöchste Europas. Neben diesem berühmten Bauwerk sind einem Bericht der Lobbyorganisation “New London Architecure” (NLA) derzeit 436 weitere Projekte von Gebäuden mit mehr als 20 Stockwerken in Auftrag. Im Jahr zuvor waren es lediglich 263. An 89 davon wird schon gebaut, weitere 233 Projekte haben eine Baugenehmigung. Auch auf die restlichen Projekte sollten keine grösseren bürokratischen Hürden warten, schliesslich wurden im vergangenen Jahr nur drei Anträge Wolkenkratzer-Projekte von den Stadtplanern zurückgewiesen.

Die Stadtverwaltung scheint auf unbegrenztes Wachstum zu setzen. Londons Bevölkerungszahl soll amtlichen Prognosen nach weiterhin ansteigen: Von jetzt rund 8,5 Millionen Einwohnern sollen es bis 2030 gut zehn Millionen werden. Jedes Jahr werden 40.000 bis 50.000 neue Unterkünfte benötigt, doch gebaut wird nur etwa die Hälfte. Da der der Grüngürtel nicht in Mitleidenschaft gezogen werden soll, gibt es nur den Ausweg nach oben.

“Londons Skyline ist ausser Kontrolle”, warnten allerdings 80 Architekten, Künstler und Stadtplaner kürzlich in einem offenen Brief in “The Guardian”. Viele Wolkenkratzer würden ohne Rücksicht auf ihre Umgebung geplant. Der Höhenwahn drohe den Charakter der Stadt zu zerstören. Die Autoren betonen, sie seien nicht grundsätzlich gegen Hochhäuser. Aber es gebe einen “schockierenden Mangel” an öffentlicher Diskussion.

Man müsse darauf achten, welchen Einfluss die Türme auf die Stadt haben. Seitens der NLA wird vorgeschlagen, eine Skyline-Kommission einzurichten, die sich auch mit ästhetischen und sozialen Fragen befasst.

Aluminium als Antwort

Neben den politischen und wirtschaftlichen Kriterien sollten also auch ökologische, gesellschaftliche, kulturelle und städtebauliche Anforderungen  und Aspekte bedacht werden. Anforderungen, denen Aluminium durch seine Vielseitigkeit mehr als gerecht wird und sich so auch als Baustoff für den modernen Hochbau qualifiziert. Ohne Alu wäre ein Bauboom wie in London nicht denkbar.

Dazu kommt, dass Aluminium nahezu unerschöpflich verfügbar ist und ohne Qualitätsverlust immer wieder neu verarbeitet werden kann. Zusätzlich zu seinem geringen Gewicht und der Designflexibilität ist der Baustoff mit internationalen Nachhaltigkeits-Standards wie LEED kompatibel, das weltweit Massstäbe bei der Entwicklung und Planung sogenannter “Green Buildings”, also ökologisch extrem leistungsstarker Gebäude, setzt.

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