Lesetipp: Digitalisierung der Immobilienbranche – nur genutzte Daten bringen etwas

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Bei der kürzlich stattgefundenen IFZ-Konferenz wurde die Ergebnisse der breit angelegten Studie „Digitalisierungsbarometer 2017“ präsentiert. Gleichzeitig nahmen anlässlich der Konferenz zahlreiche Experten zur fortschreitenden Digitalisierung und dem Verhalten der Entscheidungsträger Stellung. Ein aktueller Artikel im Baublatt mit dem Titel “Digitalisierung Immobilienbranche: Nur genutzte Daten bringen was” setzt sich mit den wichtigsten Rückschlüssen und den Ergebnissen der Studie auseinander. Demnach fordere insbesondere der sinnvolle Umgang mit der Datenflut und das Einbinden aller Mitarbeiter die Verantwortlichen. 

So stellt der Autor anfänglich fest, dass der digitale Wandel längst begonnen hat und sich Entscheidungsträger der Immobilien- und Bauwirtschaft deshalb immer mehr fragen, wie sie ihr Unternehmen erfolgreich auf die neuen Anforderungen vorbereiten können.

Vor allem Markus Schmidinger von der Hochschule Luzern wird im Artikel häufig zitiert. Dieser erklärte anlässlich der jüngsten IFZ-Konferenz, dass um das sogenannte Building Information Modeling (BIM) als neue gebäudemodellbasierte Planungsmethode ein wahrer Hype im Gange sei. Allerdings meint Schmidinger auch:

„Wir stehen mit BIM erst am Anfang der digitalen Entwicklung, da es lediglich die seit langem bestehenden Prozesse mit den heutigen digitalen Hilfsmitteln neu abbildet.“

Sobald einmal fast alle Daten digitalisiert sind und die Nutzer jederzeit und von überall problemlos auf diese zugreifen können, würden Schmidingers Ansicht nach völlig neue Möglichkeiten entstehen. Es beruhige deshalb, dass die Digitalisierung in der Branche angekommen sei. So sei bei fast drei Vierteln der Befragten Studienteilnehmer diese in der Strategie verankert, wobei die Architekten und der Bereich Bewirtschaftung / Facility Management interessanterweise die deutlichsten Zunahmen gegenüber dem Vorjahr verzeichneten. Dennoch würden viele rein national tätige Unternehmen nach wie vor die Geschwindigkeit und Dynamik der Entwicklungen unterschätzen. Schmiedinger warnt:

„Internationale Unternehmen sind ihnen deutlich voraus. Der sichere Hafen der Inländer ist in Gefahr.”

Auch das die befragten Unternehmen  immer noch viel zu wenig über die Bedürfnisse und das Verhalten ihrer Kunden wissen, bereitet Schmidinger Kopfzerbrechen. Was  insbesondere damit zusammenhängt, dass sie ihre Daten zu wenig konsequent nutzen. Beispielsweise betreiben nur  40 Prozent der Befragten eine systematische Datenanalyse, um daraus strategische Entscheide abzuleiten.

Die Studie belegt auch, dass sich der Wettbewerb in der Branche vor dem Hintergrund der Digitalisierung weiter verschärft hat. Aufgrund der Transparenz und der zur Verfügung stehenden Informationen ist der Druck auf die Preise und Margen gestiegen – und dies bei gleichzeitig erhöhtem Qualitätswettbewerb. Hier meint Schmidinger:

„Wer Aufträge gewinnen will, muss der Günstigste sein. Koste es, was es wolle. Und ganz egal wie sich dies auf die Qualität auswirkt.“

Das diesjährige Digitalisierungsbarometer bestätigt aber auch, dass BIM in der Planerbranche bereits gut etabliert ist. Jedoch sind Fachplaner gegenüber BIM positiver eingestellt als Architekten. Die Anwender der neuen Planungsmethode machen gemäss der Studie mehrheitlich ermutigende Erfahrungen und wollen bezüglich BIM „noch mehr Gas geben“, wie Schmidiger es formuliert.

„Leute, die BIM bereits einsetzen, werden BIM in Zukunft noch häufiger einsetzen.“

Der ganze Artikel, einschliesslich der Ausführungen von Architekt Rüdiger Wobst vom Beratungsunternehmen Drees & Sommer und Markus Giera, Gründer und Geschäftsführer der Zürcher Kaulquappe GmbH, kann hier nachgelesen werden: Digitalisierung Immobilienbranche: Nur genutzte Daten bringen was

 

 

Studie: “Digitalisierungsbarometer 2017: Die Immobilienbranche im digitalen Wandel

Bei der breit angelegten Studie in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersuchte die Hochschule Luzern, wie verschiedene immobilienwirtschaftliche Akteure die digitalen Möglichkeiten wahrnehmen und in ihre Strategien und Geschäftsprozesse integrieren. Hierfür wurden rund 1800 Fachleute in Architekturbüros, Generalunternehmen, Bauunternehmen, bei der öffentlichen Hand, in der Vermarktung und im Bereich Immobilieninvestment befragt. Sie kann zum Preis von 90 Franken unter ifz@hslu.ch bestellt werden. Weitere Informationen unter www.hslu.ch/immobilien

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