Wie das Bewusstsein für nachhaltiges Wohnen in der Schweiz gestärkt werden kann

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Das Netzwerk für Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) gab eine Studie in Auftrag, um herauszufinden, aus welchen Motiven sich Schweizerinnen und Schweizer für oder gegen nachhaltiges Wohnen entscheiden. Aus den finalen Ergebnissen konnten wichtige Schlüsse für die Stärkung der Wahrnehmung nachhaltigen Wohnens gezogen werden.

Welche Aspekte sind es, die die Nachfrage nach nachhaltigen Wohnungen und Häusern hemmen? Welche Faktoren treiben die Nachfrage an und wie können diese angesprochen werden, um letztlich das nachhaltige Bauen zu fördern? Das sind die Fragen, denen das NNBS seit geraumer Zeit nachgeht. Um Antworten zu finden wurde die Studie „Wohnen 2020“ druchgeführt. Folgende Erkenntnisse konnten daraus gewonnen werden:

  1. Mangelnde Sichtbarkeit
    Besonders in den Städten herrscht bisher der Eindruck, dass gar nicht genügend nachhaltige Wohnobjekte vorhanden sind. Massnahmen sollten neben dem Ausbau des Angebots auch auf Kommunikation des bereits verfügbaren Angebots setzen.
  2. Unterschiedliche Märkte
    Die Märkte für Hauskäufer und für Wohnungsmieter unterscheiden sich erheblich in Bezug auf die Ansprüche betreffend Nachhaltigkeit. Hauskäufer schätzen Investitionsaspekte, reagieren überwiegend auf ökonomische Vorteile und lassen sich bei der Wahl weniger von weichen Faktoren leiten, Wohnungsmieter stützen ihre Entscheidung weniger auf harte Fakten und mehr auf Lifestyle- und Wohlfühlfaktoren.
  3. Einflussreiches Zukunftsbewusstsein
    Das Bewusstsein über die eigene soziale Verantwortung gegenüber zukünftiger Generationen hat einen besonders grossen Einfluss auf die Wahl von nachhaltigen Häusern. Eine Betonung des Generationenvertrages kann deshalb sehr positive Auswirkungen haben.
  4. Entscheidungsfaktor soziales Umfeld
    Die Nachfrage nach nachhaltigen Häusern hängt vom sozialen Umfeld ab. Massnahmen, welche das Umfeld mitberücksichtigen (z.B. “social proof”, Testimonials) wirken besonders stark auf Entscheidungsträger.
  5. Nachhaltigkeit in allen Bereichen
    Das Bewusstsein für nachhaltiges Wohnen hängt stark mit dem Bewusstsein für Nachhaltigkeit im Allgemeinen zusammen. Deswegen sollten auch Massnahmen, die keinen expliziten Fokus auf das Wohnen legen, unterstützt werden.

Aus diesen Erkenntnissen hat das NNBS wichtige Schlüsse für die Stärkung der Wahrnehmung nachhaltigen Wohnens gezogen. Diese sollen zum eigenen Vorteil genutzt werden – unter anderem mit Hilfe folgender 5 Tipps:

  1. Fragen Sie: Hat der Vermieter oder Verkäufer einer Immobilie Informationen zur Nachhaltigkeit des Gebäudes? Hat er gar eine Beurteilung wie den Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz machen lassen?
  2. Prüfen Sie Ihre Immobilienplattform: Bietet die Online-Immobilienplattform Ihres Vertrauens eine Filterfunktion “nachhaltige Wohnung” an? Wenn nein, warum nicht? Erkundigen Sie sich.
  3. Nachhaltigkeit ist Werterhalt: Fragen Sie Ihr Finanzhaus, wie sie nachhaltiges Bauen unterstützt. Bietet es Umweltdarlehen, welche die Nachhaltigkeit berücksichtigt? Bietet es zusätzlich zu interessanten Konditionen eine Nachhaltigkeitsbeurteilung?
  4. Orientierungshilfe für Sie: Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS wird von Wirtschaft und Öffentlicher Hand getragen und steht Ihnen als Beurteilungsinstrument zur Seite. Nutzen Sie dies.
  5. Nachhaltigkeit in Ihrem Umfeld: Die Gemeinschaft macht den Unterschied. Nachhaltigkeit kann vielseitig gelebt werden. Fördern Sie einen nachhaltigen Lebensstil, betreiben Sie Urban Gardening, machen Sie Nachhaltigkeit zu Ihrem Thema.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse – und erkenntnisse kann unter folgendem Link bestellt werden:  http://wohnen2020.ch/ergebnisse-bestellen/

 

Die Studie im Detail:

Ein 1576 Personen umfassendes repräsentatives Panel aus der deutsch- und französischsprachigen Schweiz nahm an der online durchgeführten Studie teil. Zusätzlich konnten über 700 Teilnehmende über die Website wohnen2020.ch für die Studie gewonnen werden.

Dabei wurden mögliche, aus dem Verhaltensmodell abgeleitete Treiber in einem Experiment systematisch getestet. Die Teilnehmenden wurden hierfür mit einer Entscheidungssituation konfrontiert: Sie konnten sich  zwischen zwei Wohnobjekten entscheiden, die sich nur hinsichtlich der kommunizierten Nachhaltigkeit, des Kaufpreises bzw. der Betriebskosten unterschieden.

Die Präsentation des Angebots bzw. der Angaben zur Nachhaltigkeit (Framing) dienten zur Differenzierung zwischen den Versuchsgruppen. Somit konnten im Experiment nicht nur verhaltensbezogene Einflussfaktoren ermittelt, sondern auch direkte Rückschlüsse auf die Wirksamkeit verschiedener Kommunikationsinhalte gezogen werden. Zusätzlich gab es eine Kontrollgruppe, die mit einer neutralen Darstellung konfrontiert wurde.

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