Klimawandel: Industrie fragt verstärkt “grünes” Aluminium nach

Die Erderwärmung nach wie vor eines der wichtigsten globalen Themen. In den letzten Jahren gewann die Reduktion von Treibhausgasen für die Industrie daher immer mehr an Bedeutung. Neben der Energieerzeugung wird vor allem auch die metallerzeugende Industrie immer wieder als wesentlicher Verursacher von Treibhausgasen genannt.

So entstehen beispielsweise bei der Erzeugung von Primäraluminium grosse Mengen an CO2 –laut einer Studie der European Aluminium Association (EAA) sind es insgesamt 8’566 Kilogramm CO2 pro Tonne Primäraluminium. Völlig anders zeichnet sich das Bild etwa für die Aluminiumlegierungsherstellung über Recycling: Nimmt man einen Betrieb mit fortschrittlichster Anlagentechnik entstehen inklusive der CO2 -Emissionen für die elektrische Energieerzeugung rund 640  Kilogramm CO2 je Tonne Walzprodukt. Ohne Berücksichtigung der Stromerzeugung beträgt dieser Wert sogar nur 340 Kilogramm CO2  pro Tonne.

Die Nachfrage der Anwender von Aluminium – Automobilindustrie, Elektronikhersteller, Verpackungsindustrie und auch die Baubranche – nach saubererem, umweltfreundlicheren  und damit auch kohlenstoffarmen Aluminium steigt daher ständig. Am stärksten ist dieser Trend in Europa und den USA, wo Verbraucherbewusstsein und Umweltbewusstsein ausgereifter sind. Angesichts der derzeitigen globalen Beschaffungspolitik multinationaler Unternehmen und der Verschärfung der Gesetzgebung in wichtigen Aluminium produzierenden Ländern, wie China, dürfte die Nachfrage nach “grünem” Metall aber schnell auch weltweit ansteigen. Diese Entwicklung leitet schon jetzt einige Aluminiumproduzenten an, zu investieren und den Einsatz von Kohle und anderen fossilen Brennstoffen zu reduzieren.

Neues Zertifizierungsprogramm als Teil einer globalen Klimalösung

Auch die Nachfrage nach Garantien von Seiten der Industrie steigt. Die Aluminium Stewardship Initiative (ASI) hat etwa ein neues Zertifizierungsprogramm für die Aluminium-Wertschöpfungskette auf den Weg gebracht, das sich auf verantwortungsvolle Produktion, Beschaffung und Verwaltung dieses wichtigen Industriemetalls konzentriert. Das neue Zertifizierungsprogramm von ASI deckt auch alle Stufen der Wertschöpfungskette für Aluminium ab, einschliesslich Bauxitabbau, Aluminiumoxidraffination, Aluminiumschmelzen, Halbfertigprodukte, Produktdesign und -herstellung sowie Recycling.

Ab sofort können ASI-Mitglieder eine Zertifizierung nach ASI-Standards beantragen: Der Performance-Standard der ASI deckt kritische Aspekte für die gesamte Aluminium-Wertschöpfungskette ab, einschliesslich Treibhausgasemissionen, Abfallmanagement, Materialverantwortung, Biodiversität und Menschenrechte. Der Chain of Custody (CoC)-Standard von ASI verbindet verantwortungsvolle Produktion mit verantwortungsbewusstem Sourcing und erhöht damit den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeitsthemen im Einkauf. Bei der Umsetzung beider Standards sollte das erste ASI-Aluminium ab Ende 2018/Anfang 2019 verfügbar sein.

Die Standards von ASI wurden auf Englisch veröffentlicht und werden 2018 in eine Reihe weiterer Sprachen übersetzt.

 

 

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