Recyclingbeton: Nachhaltige Alternative für die Zukunft

Das Kiesvorkommen ist in manchen Staaten Europas mittlerweile verschwindend gering. Die Folge ist, dass die Gesteinskörnungen für die herkömmliche Herstellung von Beton auf andere – nicht nachhaltige – Weise gewonnen werden müssen. Als alternatives Baumaterial würde sich Recyclingbeton (RC-Beton) anbieten, der ressourcenschonend gewonnen werden kann und dem herkömmlichem Beton weder in qualitativer noch ästhetischer Hinsicht nachsteht. Allerdings ist der Einsatz dieses bewährten Materials in Europa noch sehr gering. Die Schweiz übernimmt neben den Niederlande ein Vorreiterrolle, aber auch hier könnte die Anwendung von RC-Beton – vor allem im Hochbau – noch forciert werden. Um das Potenzial des nachhaltigen Baustoffs der Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen, hat eine Gruppe von Studierenden der ETH Zürich nun ein Aufklärungstool entwickelt.

Das Wiederverwerten von Rohstoffen bietet eine einfache und günstige Möglichkeit, “grün” zu bauen. Während beispielsweise gebrauchtes Aluminium oder auch gebrauchter Baustahl für die erneute Nutzung problemlos eingeschmolzen wird, scheint das Recyceln von Beton für einige Bauunternehmen noch immer Neuland zu sein. Gründe hierfür sind, dass die Aufklärung über die Verwendung noch nicht sehr fortgeschritten ist.

Die Schweiz ist im Vergleich zu anderen Ländern in Europa mit 4500 Bauten, die mit Recyclingbeton erstellt wurden, bereits sehr fortschrittlich. Gerade im Hochbau findet das bewährte Material aber nach wie vor zu wenig Einsatz.

Studierende der Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich nahmen dies zum Anlass und haben untersucht, wie das Ausgangsmaterial von Beton aus abgebrochenen Häusern gewonnen werden kann, um daraus neue Gebäude entstehen zu lassen. Unter der Leitung von Christian Pohl, Dozent im Fach Umweltproblemlösen, analysierte das Team zunächst, wo und wie Recyclingbeton in der Schweiz bereits zum Einsatz kommt und welche Vorteile damit verbunden sind.

Der wohl wichtigste Vorteil der Nutzung von RC-Beton ist der positive Beitrag zu Umweltschutzmassnahmen, indem eine Kreislaufwirtschaft in Gang gesetzt wird. Bauabfälle und Abbruchmaterialien werden nicht wie üblich in Abbaustätten oder Deponien abgelagert, sondern für den erneuten Gebrauch aufbereitet. Dies spart gleich mehrfach Kosten. Zum Einen müssen keine Kosten für den Transport des Bauschutts und teure Deponien ausgegeben werden, zum Anderen werden Kosten für den erneuten Erwerb von Beton vermieden. Auch das energie- und emissionsintensive Herstellen von Zement kann eingeschränkt werden.

Um die Vorteile und das Potenzial von Recyclingbetons der Öffentlichkeit besser erklärbar zu machen,  haben die Studierenden das Aufklärungstool „BAT“ entwickelt. Die neu entwickelte Webplattform, die sich vor allem an private Bauherren richtet, vermittelt Hintergrundwissen über Recyclingbeton als nachhaltiges Baumaterial. Das „BAT“ umfasst unter anderem Schätzfragen, kurze Info-Videos sowie Interviews mit wichtigen Akteuren der Schweizer Bauindustrie. Die Devise lautet: „Lerne mehr über den Beton der Zukunft“. Denn für die fünf Studierenden ist klar, dass Recyclingbeton eine zukunftsfähige Alternative darstellt.

 

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