Studie untersucht das Potenzial der Gebäudesanierung als Kohlenstoffspeicher

In den nächsten Jahrzehnten wird ein grosser Teil der Wohngebäude Europa renoviert werden, um das im Pariser Abkommen geforderte CO2-Ziel bis 2050 zu erreichen. Biobasierte Materialien, die zur Verbesserung der Wärmedämmung und zur Zwischenspeicherung von Kohlenstoff in Bauelementen verwendet werden, könnten einen wichtigen Beitrag für den Übergang zu einer CO2-neutralen Gesellschaft leisten.

Das vor Kurzem erschienene Paper «Retrofit as a carbon sink: The carbon storage potentials of the EU housing stock» von Francesco Pittau, Gabriele Lumia, Niko Heeren, Giuliana Iannaccone und Guillaume Habert untersucht die Wirkung der Speicherung von Kohlenstoff in biobasierten Bauprodukten bei der Sanierung bestehender Fassaden. Sie vergleichen dafür fünf alternative Konstruktionslösungen, drei mit einer grossen Menge schnell wachsender biogener Materialien, die als Isolierung verwendet werden, eine mit Holz für den Rahmen und zusätzlichem Faserholz als Isolierung und die letzte mit synthetischer Isolierung.

Um die Lösungen zu vergleichen, entwickelten die Forscher ein statistisch basiertes Geocluster-Modell, um den zukünftigen Materialfluss für die Gebäudesanierung in der Europäischen Union vorherzusagen, und eine dynamische Ökobilanz, um den Beitrag von Baustoffen zur Verminderung/Erhöhung der CO2-Emissionen im Zeitablauf zu überprüfen.

Die Ergebnisse  zeigen, dass schnell wachsende biogene Materialien im Vergleich zu Holz ein höheres Potenzial haben, als Kohlenstoffspeicher zu fungieren. Insbesondere bei der Verwendung von Stroh als Dämmmaterial ist die Fähigkeit, Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu speichern, kurzfristig wirksam – eine wichtige Strategie für die Ziele des Pariser Klimaabkommens darstellt.

Quelle:

«Retrofit as a carbon sink: The carbon storage potentials of the EU housing stock», Journal of Cleaner Production, Volume 214, 20 March 2019, Pages 365-376
https://doi.org/10.1016/j.jclepro.2018.12.304

 

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