Innovationszentren und Pilotfabriken sind auch Schnittstellen zwischen Forschung, Industrie und Handwerk. Sie zeigen auch, welche Chancen der Holz- und Hybridbau in zehn Jahren haben kann – und warum auch Materialien wie Aluminium dabei eine wachsende Rolle spielen.
Verbände und Netzwerke nehmen eine zentrale Rolle bei der Transformation des Schweizer Bauwesens ein – auch im Holz- und Hybridbau. Ein prominentes Beispiel ist Holzbau Schweiz, das sich ausdrücklich als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum versteht. Es vermittelt praxistaugliches Wissen, unterstützt Weiterbildungen und vernetzt Mitglieder mit Forschungseinrichtungen und Marktpartnern. Holzbau Schweiz betont den Vorreiterstatus des Holzbaus im Digitalisierungsprozess aufgrund seines hohen Vorfertigungsgrads (holzbau-schweiz.ch).
Dabei öffnen sich die Netzwerke zunehmend für hybride Materialsysteme. In Fachbeiträgen des Verbands wird regelmässig darauf hingewiesen, dass Kombinationen von Holz, Beton und Aluminium neue konstruktive Freiheiten ermöglichen – etwa bei Fassaden oder Elementbauten, wo Leichtbau, Witterungsbeständigkeit und Rezyklierbarkeit gefragt sind. Aluminium trägt durch seine Stabilität und Korrosionsresistenz entscheidend dazu bei, Holzbauelemente langlebiger zu machen, ohne deren ökologische Vorteile zu gefährden.
Netzwerke als Multiplikatoren
Doch Netzwerke gehen über technische Unterstützung hinaus: Sie fungieren als Multiplikatoren. Ein Projekt wie «Holzbau berühren» zeigt beispielhaft, wie man Fachwissen breit streut. Schulungen, Exkursionen und Veranstaltungen sollen Bauherrschaften, Planende und Ausführende gleichermassen sensibilisieren und mit neuen Ansätzen vertraut machen – darunter auch Themen wie Materialkreisläufe und Hybridstrukturen, bei denen Aluminium zunehmend als Bindeglied zwischen traditionellen und modernen Werkstoffen verstanden wird (education.espazium.ch).
Auf politischer Ebene liefert der Aktionsplan Holz 2021–2026 des BAFU einen Rahmen für Innovation und Förderung: Rund 3 Millionen Franken pro Jahr stehen bereit für Projekte, die den Einsatz von Schweizer Holz stärken, neue Werkstoffe erproben und Innovation in Bauweisen vorantreiben. In mehreren Förderprojekten werden hybride Konstruktionsprinzipien explizit genannt – also Kombinationen von Holz mit Stahl, Beton oder Aluminium, um Materialkreisläufe zu schliessen und Lebenszyklen zu verlängern (bafu.admin.ch).
Industrieunternehmen greifen diese Impulse auf. Ein Beispiel ist ERNE AG Holzbau, die nicht nur klassische Fertigung betreibt, sondern sich selbst als Innovationsakteur positioniert. In der Erweiterung ihres Betriebsstandorts in Stein wurde bewusst auf moderne Konstruktionen und Materialkombinationen gesetzt. Das Gebäude besteht aus einem Holz-Hybridtragwerk mit Teilen aus Beton und Aluminium-Fassadenelementen – eine bewusste Demonstration, wie Nachhaltigkeit und technologische Robustheit Hand in Hand gehen (swiss-arc.ch). ERNE bietet zudem ein Praxishandbuch zum Holz-Hybridbau an, in dem Aluminiumprofile als Fassaden- und Fensterrahmenmaterial eine Rolle spielen (erne.net).
Zusammenarbeit als Baustoff der Zukunft
Die Strukturen aus Verbänden, staatlichen Programmen und Industriepartnern lassen Pilotfabriken, Experimentierräume und Innovationszentren gedeihen. Die Zukunft des nachhaltigen Bauens in der Schweiz entscheidet sich nicht allein an neuen Materialien, sondern an der Fähigkeit, sie miteinander zu verbinden – technisch wie institutionell. Holz und Aluminium zeigen exemplarisch, wie sich Gegensätze ergänzen können: das eine warm, nachwachsend und CO₂-bindend; das andere präzise, widerstandsfähig und vollständig rezyklierbar.
