Über 110 Fachleute diskutierten in Rotkreuz, wie architektonische, betriebliche und ökonomische Ansätze zu mehr Suffizienz im Bauwesen führen können. Praxisbeispiele zeigten, wie weniger Ressourcenverbrauch, kluge Flächennutzung und einfache, wohltuende Lösungen neue Qualitäten schaffen.
Suffizienz stand im Zentrum des Schweizer Bau- und Immobilienforums 2025, das über 110 Fachleute an die Hochschule Luzern in Rotkreuz brachte. Die Leitfrage: Wie lässt sich mit weniger Ressourcen mehr Lebensqualität schaffen? Klar wurde: Suffizienz bedeutet nicht Verzicht, sondern ein bewusstes Mass im Bauen und Bewirtschaften.
Mehrere Beiträge zeigten praxisnahe Wege dorthin. Nico Müller (Wüest Partner) präsentierte Ansatzpunkte zur Reduktion des Flächenverbrauchs – von Co-Living über die Umnutzung unternützter Areale bis zur Verdichtung. Marco Salvi (Avenir Suisse) betonte die wichtige Rolle der Haushaltsstrukturen und skizzierte Anreize, um überdimensionierte Wohnungen nach Auszug der Kinder früher freizugeben.
Wie Kreisläufe im Gebäude funktionieren können, erläuterte Christine Steiner Bächi anhand der Zürcher Überbauung «nordnordost» mit lokal aufbereitetem Wasser für WC und Bewässerung. Daniel Tschudy (Velux Schweiz) zeigte, dass gutes Raumklima und Tageslicht oft wichtiger sind als zusätzliche Wohnfläche – und zugleich Energie sparen können. Aus dem Betrieb berichtete Andres Stierli (Flughafen Zürich) über suffiziente Strategien wie bedarfsgerechte Anlagensteuerung. Gion A. Caminada schloss mit einem Plädoyer für architektonische Antworten auf den Klimawandel und das Entdecken neuer Qualitäten im Einfachen.
Das Forum machte deutlich, dass Suffizienz im Bauwesen noch viel ungenutztes Potenzial birgt – und dass die Branche bereit ist, diesen Weg aktiv zu erkunden.
