
Am 26. März 2026 trifft sich die Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft in Zürich zur Fachtagung Nachhaltiges Bauen. Im Zentrum steht die Frage, wie die Dekarbonisierung in der Praxis gelingen kann – von klimafreundlichen Baustoffen über den Umgang mit dem Gebäudebestand bis hin zu neuen architektonischen Konzepten.
Die Bauwirtschaft auf dem Weg zu Netto-Null
Die Diskussion um Klimagerechtigkeit im Bauwesen ist nicht neu. Doch zwischen ambitionierten Zielen und der gebauten Realität klafft nach wie vor eine beträchtliche Lücke. Obwohl Begriffe wie «Netto-Null» und «klimaneutrales Bauen» längst zum Branchenvokabular gehören, stehen viele Akteure erst am Anfang der Transformation. Genau hier setzt die Fachtagung Nachhaltiges Bauen 2026 an: Sie will aufzeigen, was Dekarbonisierung in der Praxis tatsächlich bedeutet – und welche Wege die Branche beschreiten kann.
Die Veranstaltung hat sich über die Jahre als wichtiger Treffpunkt für alle etabliert, die an zukunftsfähiger Baukultur interessiert sind. Getragen wird sie von einem breiten Konsortium aus Verbänden wie ecobau, Minergie und NNBS sowie den führenden Schweizer Hochschulen – darunter die ETH Zürich, die FHNW, die HSLU, die OST und die ZHAW. Auch der SIA und CRB sind als Partner mit dabei.
Vormittag: Wissen kompakt vermittelt
Der Vormittag bietet ein dichtes Programm mit rund einem Dutzend Fachvorträgen. Die Themenpalette reicht von Klimastrategien einzelner Städte über den aktuellen Stand des Schweizer Gebäudeparks bis hin zu neuartigen Baustoffen und Verfahren zur CO₂-Speicherung. Besondere Aufmerksamkeit dürfte der neue Standard «Minergie Netto-Null» erhalten, der aufzeigt, wie Gebäude künftig nicht nur energieeffizient, sondern auch klimaneutral betrieben werden können.
Auch die Reduktion grauer Emissionen – also jener Treibhausgase, die bei der Herstellung von Baumaterialien entstehen – wird thematisiert. Für die Schweizer Bauwirtschaft ist dies ein zentrales Handlungsfeld: Gerade bei Baustoffen wie Beton, Stahl oder Aluminium liegt erhebliches Potenzial, den ökologischen Fussabdruck durch innovative Produktionsverfahren und konsequentes Recycling zu verringern.
Podiumsdiskussion: Dekarbonisierung – wie kommen wir schneller voran?
Ein Höhepunkt des Vormittags ist die Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern von Swiss Prime Site, Wüest Partner, Allreal und ecobau. Gemeinsam erörtern sie, wie Umbau und Renovation als Strategien zur Dekarbonisierung gestärkt werden können. Denn klar ist: Wer den Gebäudebestand nicht in den Fokus nimmt, wird die Klimaziele verfehlen. Die Erhöhung der Renovationsrate ist eine der grössten Hebel – und gleichzeitig eine der grössten Herausforderungen.
Nachmittag: Vertiefen oder vor Ort erleben
Am Nachmittag haben die Teilnehmenden die Wahl zwischen fünf Vertiefungssessionen. Diese widmen sich unter anderem dem Rechtsrahmen für Netto-Null-Ziele, der neuen Betonnorm mit aufgehobenem Mindestzementgehalt, Hemmnissen in der Bestandsentwicklung sowie der Rolle von Gebäudebetrieb und Unterhalt. Eine Session stellt zudem das Menschenwohl ins Zentrum – denn nachhaltiges Bauen muss letztlich auch den Menschen dienen, die in diesen Gebäuden leben und arbeiten.
Wer lieber vor Ort lernt, kann an einer von drei Exkursionen teilnehmen. Zur Auswahl stehen zwei Gebäude der Büros jessenvollenweider und Vécsey Schmidt sowie ein von in situ und Denkstatt entwickeltes Areal in Zürich.
Informationen zum Anlass
Die Fachtagung findet am 26. März 2026 von 9.00 bis 17.15 Uhr im eins0eins (Tanzwerk101) an der Pfingstweidstrasse 101 in Zürich statt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://ftnb.ch
