Am 26. Februar 2026 findet an der Berner Fachhochschule in Burgdorf zum dritten Mal die Tagung «Zirkuläre Bauwirtschaft» statt. Der diesjährige Schwerpunkt liegt auf dem Infrastrukturbau – einem Bereich mit besonders grossem Potenzial für geschlossene Materialkreisläufe. Fachleute aus Politik, Verwaltung, Forschung und Baupraxis diskutieren aktuelle Entwicklungen und Praxisbeispiele.
Von der linearen zur zirkulären Bauwirtschaft
Die Schweizer Bauwirtschaft steht vor einem grundlegenden Wandel. Ressourcenknappheit und ambitionierte Klimaziele erfordern den Übergang von einer linearen zu einer zirkulären Wirtschaftsweise – gerade im Infrastrukturbereich, wo der Bedarf an natürlichen Ressourcen besonders gross ist. Die Tagung «Zirkuläre Bauwirtschaft» der Berner Fachhochschule BFH greift dieses Thema zum dritten Mal auf und bietet eine Plattform für Austausch und Wissenstransfer.
Die Veranstaltung wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt und beleuchtet in drei thematischen Blöcken die zentralen Aspekte des zirkulären Bauens: von den rechtlichen Rahmenbedingungen über die Rolle der öffentlichen Bauherrschaften bis hin zu konkreten Lösungen aus der Bauwirtschaft.
Drei Themenblöcke, ein Ziel
Der erste Block widmet sich den Rahmenbedingungen. Vertreterinnen und Vertreter des BAFU informieren über den Stand der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz, darunter das 2025 in Kraft getretene Klima- und Innovationsgesetz mit dem verankerten Netto-Null-Ziel. Weitere Referate beleuchten Erfolgsfaktoren aus Sicht der Infrastrukturbauer sowie Erkenntnisse aus dem Stahlbau.
Im zweiten Block geht es um Bestellung und Beschaffung. Hier stehen die öffentlichen Bauherrschaften im Zentrum: Das Bundesverwaltungsgericht erläutert beschaffungsrechtliche Leitplanken, das Bundesamt für Strassen (ASTRA) zeigt Reduktionspotenziale durch Ökobilanzierung auf, und die SBB berichtet über ihre Herausforderungen und Lösungsansätze bei der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Infrastruktur.
Der dritte Block richtet den Blick auf die Bauwirtschaft selbst. Hier präsentieren Produzenten und Bauunternehmen innovative Ansätze – von optimierten Stoffkreisläufen in Zementwerken über die Rolle von Bauunternehmen als Treiber der Kreislaufwirtschaft bis hin zu CO₂-negativem Asphalt als Weg zu Netto-Null im Strassenbau.
Aluminium in der zirkulären Bauwirtschaft
Auch wenn die Tagung ihren Schwerpunkt auf den Infrastrukturbau legt, sind die diskutierten Prinzipien für die gesamte Bauwirtschaft relevant. Aluminium ist dabei ein Paradebeispiel für zirkuläres Bauen: Der Werkstoff lässt sich ohne Qualitätsverlust recyceln und erreicht in der Schweiz bereits heute Recyclingquoten von über 90 Prozent im Baubereich. Die an der Tagung vorgestellten Strategien für geschlossene Materialkreisläufe und die beschaffungsrechtlichen Rahmenbedingungen betreffen auch Aluminiumbauprodukte – von Fassadensystemen über Fensterrahmen bis zu Tragkonstruktionen.
Praktische Informationen
Die Tagung findet am Donnerstag, 26. Februar 2026, von 9.00 bis 17.00 Uhr an der Berner Fachhochschule in Burgdorf (Pestalozzistrasse 20) statt. Die Veranstaltung wird in Deutsch und Französisch durchgeführt.
Die Teilnahmekosten betragen CHF 555.00 (inkl. MwSt. und Verpflegung). Eine Online-Teilnahme ist für CHF 455.00 möglich, Studierende zahlen CHF 100.00. Anmeldeschluss ist der 25. Februar 2026.
