Bei der energetischen Bewertung von Fenstern wird häufig nur der U-Wert betrachtet – also die Wärmedämmung. Doch das greift zu kurz. European Aluminium hat zwei Infografiken veröffentlicht, die zeigen, warum der Energiebilanz-Ansatz ein deutlich besseres Bild der thermischen Leistungsfähigkeit von Fenstern liefert – und welche Rolle Aluminium dabei spielt.

Warum der U-Wert allein nicht reicht
Wer die Energieeffizienz von Fenstern beurteilen will, muss neben den Wärmeverlusten auch die solaren Gewinne berücksichtigen. Genau das leistet die sogenannte Energiebilanz-Methode. Sie stellt die durch Sonneneinstrahlung gewonnene Energie (ausgedrückt über den Gesamtenergiedurchlassgrad gw) den Wärmeverlusten gegenüber, die sich aus dem Wärmedurchgangskoeffizienten Uw und der Luftinfiltration H zusammensetzen. Für die Heizperiode lautet die vereinfachte Formel: B·gw – A·(Uw+H). Das Ziel: maximale solare Gewinne bei minimalen Verlusten.
Heizen und Kühlen – zwei Seiten der Medaille
Die erste Infografik von European Aluminium («How does Aluminium improve the Energy Balance of Windows») erläutert, wie Aluminiumfenster sowohl in der Heiz- als auch in der Kühlperiode zur Optimierung der Energiebilanz beitragen. In der Heizperiode sorgen die schlanken Rahmenprofile für eine grössere transparente Fläche und damit einen höheren solaren Energieeintrag. Thermisch getrennte Aluminiumrahmen halten gleichzeitig die Wärmeverluste tief. In Kombination mit Rollläden lässt sich der effektive Wärmedurchgangskoeffizient Uw,eff nochmals deutlich senken.
Im Sommer kehrt sich die Aufgabe um: Nun gilt es, solare Gewinne zu minimieren. Aluminium punktet hier mit hoher Reflektivität und eignet sich damit ideal für Beschattungssysteme. Die rohrförmigen Profile erlauben die einfache Integration von Automatisierungen für das Beschattungsmanagement. Dank der hohen Steifigkeit und Alterungsbeständigkeit bleiben Aluminiumfenster über die gesamte Lebensdauer hinweg formstabil und luftdicht.
Die Energiebilanz-Formel im Detail
Die zweite Infografik («Energy Balance to assess the thermal performance of Windows») erklärt die Energiebilanz-Formel Schritt für Schritt. Sie zeigt, wie Gebäudetyp, Standort und Fensterprodukt zusammenspielen. Drei Kategorien bestimmen das Ergebnis: die Eigenschaften des Gebäudes (thermische Masse, interne Lasten, Belegung), der Standort (lokales Klima, Ausrichtung der Fenster, Sonneneinstrahlung) und das Fensterprodukt selbst (Luftdurchlässigkeitsklasse, Wärmedurchgangskoeffizient Uw, Gesamtenergiedurchlassgrad gw). Zusätzlich wird die Rolle von Rollläden und Beschattungssystemen detailliert erläutert – einschliesslich der Berechnung des effektiven Wärmedurchgangskoeffizienten Uw,eff und des effektiven Gesamtenergiedurchlassgrads gw,eff.
Relevanz für die Schweiz
Die Energiebilanz-Methode ist auch für den Schweizer Gebäudepark von hoher Bedeutung. Mit der zunehmenden Verschärfung der kantonalen Energievorschriften und den Zielen der Energiestrategie 2050 rückt eine ganzheitliche Bewertung von Bauteilen in den Vordergrund. Anstatt sich allein auf den U-Wert zu stützen, sollten Planer und Bauherren die solaren Gewinne – gerade bei der südorientierten Fensterfläche – als integralen Bestandteil der Energieplanung betrachten. Aluminiumfenster können dabei dank ihrer konstruktiven Eigenschaften einen messbaren Beitrag leisten.
Infografiken zum Download
Die beiden Infografiken stehen auf der Website von European Aluminium zur Verfügung:
