Klimaschutz beginnt in der Stadt

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Die Metropolitan Solutions, die weltweite Smart-City-und Green-City-Konferenzplattform, fand vom 7. bis 11. April in Hannover statt. Sie bot den Fachbesuchern eine internationale Dialogplattform, aktuelle Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung vorzustellen, sich mit Kollegen anderer Städte auszutauschen und mit Technologieanbietern und Dienstleistern zukunftsweisende Lösungskonzepte zu diskutieren. Klar wurde, dass sich erfolgreicher Klimaschutz in den Städten entscheidet, denn wo viel Energie verbraucht wird, kann auch viel Energie eingespart werden.

Mehr als 50 Städte  waren in der ICLEI Global Town Hall vertreten. An fünf Tagen diskutierten Politiker und Experten unter anderem aus der EU, der deutschen Bundespolitik, den europäischen Klimaschutz-Hochburgen, der Automobil- und Energieversorgungswirtschaft gemeinsam mit innovativen Start-ups, Spitzenverbänden und der Deutschen Rohstoffagentur über intelligente Technologien, die zum Einsatz kommen könnten, um die Energiewende voranzutreiben.

Klar definiert wurden dabei die Schlüsselbereiche, die für eine effektive CO2-Senkung in den Städten und somit für den Klimaschutz verantwortlich sind: Nachhaltigere Mobilität, Green Buildings und eine effiziente Energieanwendung.

Der Erfolg der Energiewende entscheidet sich somit in den Städten und natürlich auch durch die Städte. Denn speziell urbane Gebäude verbrauchen einen Grossteil der Energie und sind daher für den Klimaschutz essentiell. Nachhaltige Architektur ist längst nicht nur etwas für Weltverbesserer sondern neben effektiveren Produktionsprozessen in der Industrie die Lösung für eine CO2-arme Entwicklung.

Das Entwerfen von produktiven und intelligenten Städten sowie lokalen Infrastrukturen ist also die Herausforderung für die öffentlichen Entscheidungsträger und die Verantwortlichen in der Wirtschaft.

Solch neue und nachhaltige Lösungen brauchen aber vor allem auch Akteure, die zusammenarbeiten. Hier ist nicht nur das Miteinander von Städten und Wirtschaft ausschlaggebend, sondern auch die Zusammenarbeit mit Forschung, Wissenschaft, Verbänden, Bildungseinrichtungen und Start-Ups.

Case Study: Hannover plant 40 Prozent CO2-Reduktion bis 2020

Hannover zählt zu den Vorreitern in Europa und betreibt seit Jahren aktiven Klimaschutz. (Jährlich erzeugt die Stadt 5 Mio. Tonnen CO2). Eine neue Initiative hat das ehrgeizige Ziel 40 Prozent weniger CO2 jährlich, das entspricht in etwa 2 Mio. Tonnen, bis zum Jahr 2020 zu produzieren.

Die Klima-Allianz Hannover bringt alle an einen Tisch: Industrie, Dienstleistung, Wohnungswirtschaft und Vereine – über 80 Akteure arbeiten gemeinsam im Dienste des Klimaschutzes, denn nur so ist eine CO2-Reduktion in grossen Mengen möglich.

Dafür ist konsequentes Energiesparen unverzichtbar. Allein Heizwärme sorgt für ein Drittel des CO2-Ausstosses der Stadt. Durchschnittlich 50 Prozent weniger Verbrauch sind allein durch massive Wärmedämmung möglich. Bis 2020 saniert Hannover alle Gebäude energetisch. Das sind vor allem Schulen und Kindergärten. Neu gebaut werden nur noch Passivhäuser. Wo viel Energie verbraucht wird, kann auch viel eingespart werden. Die Klimaallianz stärkt das Bewusstsein der Verbraucher für das Energiesparen.

Die Beiträge der Referenten und Diskussion zur Metropolitan Solutions 2014 sind nun auch als Videos verfügbar. Sie können die Beiträge hier ansehen.

Ein Kommentar

  1. Cooler Bericht und sehr gut erklärt. Von mir aus kann man Autofahren ganz verbieten, für sämtliche Großstädte.

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