Empfehlung: Präsentationen und Videos zum Life Cycle Assessment Forum

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Beim jüngsten LCA-Diskussionsforum zum Thema “Life cycle assessment in the building sector: analytical tools, environmental information and labels“ wurde ein umfangreicher Überblick über die unterschiedlichen Tools, sowie Informations- und Kennzeichnungssysteme gegeben, die in der Schweiz sowie einigen angrenzenden EU-Ländern im Einsatz sind. Ziel des Diskussionsforums war es, dabei zu unterstützen, dass fundierte Entscheidungen hinsichtlich der am besten geeigneten Umweltinformation- und Kennzeichnungssysteme für das kommende Jahrzehnt getroffen werden können.

Vorgestellt wurde auch die Anwendung der Lebenszyklusinformationen im Planungsprozess aus den Perspektiven der Gebäudeeigentümer, Praktiker und der Industrie. Die Ergebnisse aktueller Forschungsprojekte wurden gezeigt, der Einfluss von KBOB-Empfehlungen und der EU-Bauprodukteverordnung/Nr 305/2011 (CPR) auf die aktuelle Landschaft der Umweltinstrumente und Etiketten wurde thematisiert. Intensiv diskutiert wurden auch die Bedürfnisse und Erwartungen der Bauherren, Planer/Architekten und der Lieferanten.

Es kamen europäische und schweizerische Gesetzgeber, Wissenschaftler im Bereich LCA, LCA Praktiker sowie Vertreter der Industrie zu Wort, die unter anderen wichtige Fragen stellten, wie „Warum wollen wir in Ökobilanzdaten vertrauen?“ „Warum brauchen wir das Vertrauen in LCA-Daten zur Optimierung der Konstruktionen?“.

Fazit: LCA ist ein wichtiges Grundprinzip, um die richtigen Materialien auszuwählen. Die Materialien werden differenziert betrachtet – nach Einsatzbereich, Funktion und Amortisation. Lebenszyklusanalysen bilden die Grundlage für verschiedene Labels und Standards zum Nachweis von grauer Energie. Mit Hilfe von Ökobilanzdaten können Planer die Auswirkungen der verschiedenen Materialien betrachten und beurteilen.

Die Stakeholder brauchen eine langfristige Perspektive. Der ganzheitliche Ansatz und der Einsatz von LCA-Daten erhöhen den Umfang von Lösungsstrategien. Es soll nicht nur die Nutzungsphase berücksichtigt werden, sondern auch die Gebäudekonstruktion. Nur so können die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft erreicht werden, die im Primärenergiebedarf und in den Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus zum Ausdruck gebracht werden.

In Bezug auf das europäische Umfeld wird empfohlen, dass Datenbank, Berechnungswerkzeuge und Benchmarks eine Einheit bilden. Die Transparenz in der Präsentation von Datenbanken und Gebäudebeschreibungen muss verbessert werden. Der Darstellung der Ergebnisse sollte – wie auch bei den Standards erforderlich – ein modularer Ansatz folgen. Die Entwicklung von Systemgrenzen und Berechnungsregeln für Nullenergie- und Plusenergiehäuser würde eine weitere Gelegenheit für die Zusammenarbeit in Europa oder zwischen D-A-CH eröffnen. Die Beurteilung der Umweltleistung kann aber nicht nur auf LCA begrenzt werden, auch andere Umweltwirkungen müssen berücksichtigt werden.

Sämtliche Präsentationen stehen als PDF oder Video auf der Homepage des LCA-Forums zum Download bereit.

Nächstes LCA-Diskussionsforum „Company LCA: How to measure the corporate environmental footprint along the full value chain?“: Dienstag, 31. März 2015, ETH Zürich – Programm und Anmeldung

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