Urban Mining: Gebäude als Rohstofflager für morgen

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Grob geschätzt befinden sich in den derzeit bestehenden Gebäuden weltweit rund 400 Millionen Tonnen Aluminium – eine beachtliche Menge, die zukünftigen Generationen für den Gebäudebau zur Verfügung stehen soll. Mit diesen Ressourcen will man der ständigen Rohstoffverknappung und den damit verbundenen steigenden Rohstoffpreisen entgegengewirken. Gerade Aluminium kann aufgrund seiner hohen Recyclingfähigkeit zukünftig entscheidend zu einer nachhaltigen Rohstoffversorgung beitragen.

Beim  „Urban Mining“  übernehmen die Städte die Funktion des Bergwerks und somit einen Grossteil der Materialversorgung für die zukünftige Wohnraumschaffung – nur ist der Energieaufwand beim Recycling um 95 Prozent geringer als bei der Primärgewinnung.

Rohstoffe, die in Alltagsgegenständen, Gebäuden und der Infrastruktur verbaut wurden, helfen bei der Sicherung der Rohstoffversorgung der Gebäude von morgen. Um die urbanen Minen für die Menschen der Zukunft auch zugänglich zu machen, ist eine umfangreiche Planung und Bewertung von Bauten notwendig.

Auch in Zürich wurde dazu vor einigen Jahren ein Modellprojekt lanciert: Damit die verbauten Rohstoffe  im Fall eines Abrisses oder einer Sanierung nicht versehentlich auf dem  Müll landen, wird ein flächendeckender Gebäudeplan erstellt. Dabei werden alle verbrauchten Rohstoffe in Gebäuden registriert, um sie später auch wiederzufinden.

In Europa werden derzeit bereits über 96 Prozent des in Gebäuden eingesetzten Aluminiums gesammelt und recycelt, der Bedarf an Aluminium wird derzeit zu rund 40 Prozent  (tendenziell steigend) über das Recycling von Alt-Aluminium gedeckt.  In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehen pro Jahr rund 600.000 Tonnen an Aluminiumprodukten in den Bausektor. Aufgrund der langen Lebensdauer von Gebäuden baut sich für diese drei Länder ein Rohstoffreservoir auf, das in 50 Jahren rund 30 Millionen Tonnen Aluminium beträgt.

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